Forschung in der Kieferorthopädie

Im Zusammenhang mit der Etablierung des "Kompetenzzentrums für Patienten mit kranio- und orofazialen Fehlbildungen" an der Universität zu Köln stehen folgende Schwerpunkte im Vordergrund:

Frühdiagnose:

  • Zusammenhänge zwischen morphologischem Erscheinungsbild und Grunderkrankung erfassen und aufzeigen
  • Zusammenhänge zwischen morphologischem Erscheinungsbild und Wachstumspotenzial erfassen und aufzeigen
  • Diagnose-Score erstellen, der zukünftig im Screening von Neugeborenen und Kleinkindern als zusätzlicher non-invasiver Parameter eingesetzt werden kann
     

Prävention sekundärer Behinderungen:

In enger interdisziplinärer Kooperation der Fachdisziplinen Kieferorthopädie, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Phoniatrie und Pädaudiologie, Pädiatrie, Neurochirurgie und Humangenetik stehen folgende Fragestellungen im Zentrum des Interesses:

  • Einflussmöglichkeiten der kieferorthopädischen Frühbehandlung auf die sagittale und vertikale Entwicklung der Kieferrelation von Patienten mit LKG-Spalten
  • Einfluss von Zeitpunkt und Methode der Spaltverschlussplastik auf das kranio-faziale Wachstum
  • Operationsindikation und -zeitpunkt bei Patienten mit frühzeitigen Schädelnahtsynostosen
  • Früherkennung von Patienten mit zugrundeliegenden Syndromen
     

Interdisziplinäre Projekte

  1. Extraktion von Wachstumsmustern des naso-maxillären Komplexes bei Patienten mit kranio- und orofazialen Fehlbildungen. Dabei stehen im Vordergrund:
    • objektive Erfolgsbewertung unterschiedlicher Behandlungskonzepte
    • Erfassung endogener wachstumshemmender Einflüsse
    • Entwicklung eines Modells, mit dem morphologische Veränderungen in Abhängigkeit verschiedener endo- und exogener Einflüsse prognostiziert werden können
  2. Genetische Epidemiologie und molekulargenetische Untersuchungen bei Patienten mit oro-fazialen Spalten (Lippen- Kiefer- Gaumenspalten).
    Projektleitung: Dr. Elisabeth Mangold, Institut für Humangenetik, Universität Bonn; Kooperation mit den Universitäten in Göttingen, Berlin und Leipzig sowie der MH in Hannover (Projekt N1, FOR 423).