Lehre an der Poliklinik für Kieferorthopädie

Das Ziel der studentischen Ausbildung in der Kieferorthopädie besteht neben der Lehre der biologischen Grundlagen des Faches vor allem in der Vermittlung von profunden Kenntnissen in der kieferorthopädischen Diagnostik. Die Studenten sollen in die Lage versetzt werden, eine kieferorthopädische Anomalie zu erkennen und in ihrer Schwierigkeit einzuschätzen.

Des Weiteren werden sie über die Möglichkeiten und Grenzen der modernen Kieferorthopädie mit herausnehmbaren und festsitzenden Geräten sowie auch der Kombination mit kieferchirurgischen Maßnahmen unterrichtet.

Das Curriculum der kieferorthopädischen Ausbildung verfolgt bereits heute, im Hinblick auf die bevorstehenden Änderungen der aktuellen Approbationsordnung, folgende Ziele:

  1. Umsetzung des allgemeinen Grundsatzes für ein medizinisches Studium, wonach vom ersten bis zum fünften Studienjahr der theoretische und grundlagenmedizinische Anteil am Curriculum ständig abnehmen und der Anteil für die Aneignung klinischen Wissens sowie praktischer Fähigkeiten und Fertigkeiten zunehmen sollte. Dies bedeutet, klinische Wissensvermittlung und erste Patientenkontakte nicht erst nach der zahnärztlichen Vorprüfung, sondern schon in den vorklinischen Semestern zu etablieren
  2. Erhöhung des grundlagenmedizinischen Lehranteiles bei gleichzeitiger Reduzierung des labortechnischen Ausbildungsanteiles zur Verbesserung zahnärztlicher Diagnostik und Therapie
  3. horizontale und vertikale Integration fachspezifischer Inhalte durch interdisziplinäre Kurse, Praktika und Tutorien, um komplexes Denken und Handeln bei Diagnosesetzung und Therapie zu schulen
  4. Einführung in die therapeutische Entscheidungsfindung unter Anwendung der Kriterien für die evidence based medicine (EBM), um den Studierenden zu einer kritischen Selektion für Behandlungsstrategien und -angebote zu befähigen
  5. Angebot und Integration psychologischer Lehrangebote unter anderem zum Patientenumgang und zur Bewältigung psychogener und psychosomatischer Erkrankungen im zahnärztlichen Patientengut