Distraktion

Modifikation der Distraktionsprotokolle, um die Knochenqualität im Rahmen der präimplantologischen Distraktionsosteogenese zu verbessern.

Die vertikale Distraktionsosteogenese hat sich seit 1997 als moderne Technik für die Verbesserung des knöchernen Implantatlagers etablieren können. In diesem Zusammenhang wird schon seit einiger Zeit von Arbeitsgruppen aus der orthopädischen Chirurgie darauf hingewiesen, dass Risikopatienten zum Beispiel nach Bestrahlung, im infizierten OP-Gebiet oder bei bekannter verzögerter Wundheilung nachhaltig von modifizierten Distraktionsprotokollen wie Kallusmassage, Distraktions-Kompressions-Technik und Dynamisierung profitieren. Derartige Modifikationen des Distraktionsprotokolls fanden bislang auf dem Gebiet der zahnärztlichen Chirurgie beziehungsweise Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie keinerlei Anwendung, obwohl positive Effekte für die Ausdifferenzierung des distrahierten Knochengewebes zu erwarten wären.

Die bisherigen Ergebnisse unserer Forschungen zeigen, dass unter Anwendung modifizierter Distraktionsprotokolle eine Verbesserung der Knochenqualität und der Segmentbreite zu erreichen ist. Hierbei scheint der Zeitpunkt der Massage/ Kompression von entscheidender Bedeutung zu sein. Weitere experimentelle Untersuchungen sind in Planung, um Zeitpunkt, Ausmaß und Rhythmik genauer zu definieren.