Nichtanlage

Unter Nichtanlage von Zähnen versteht man das Fehlen von Zähnen bei der Zahnentwicklung. Das kann sowohl bei den Milchzähnen als auch bei den bleibenden Zähnen auftreten. Bei 2,2 Prozent bis 10 Prozent der Bevölkerung fehlt mindestens ein Zahn. Neben dem Fehlen der Weisheitszähne sind es vor allem die zweiten kleinen Backenzähne oder die seitlichen Schneidezähne im Oberkiefer.

Fehlen bis zu sechs Zähne, spricht man von einer Hypodontie. Abhängig von der Position der fehlenden Zähne ist eine kieferorthopädische Behandlung notwendig. Besonders bei Fehlen der oberen Schneidezähne ist die Entscheidung der richtigen Therapiewahl zwischen kieferorthopädischer Lückenschluss oder Implantat von Bedeutung. Je nach Wachstumsmuster ist die eine oder andere Therapie sinnvoll.

Beim Fehlen von mehr als sechs Zähnen spricht man von Oligodontie. Diese Fehlentwicklung des Zahnsystems tritt schon wesentlich seltener auf (circa 0,2 Prozent der Bevölkerung), beeinträchtigt jedoch die Patienten sehr stark, da neben dem Fehlen der Zähne auch der Kiefer und das Gesicht sich nicht normal entwickeln. Die vorhandenen Zähne sind oftmals sehr klein im Vergleich zur durchschnittlichen Zahngröße. Bei diesen Fällen der generalisierten Nichtanlage kann oftmals in Zusammenarbeit mit dem Kieferorthopäden eine Implantatversorgung zum Ende des Wachstumsalters vorbereitet werden.

Das Fehlen von allen Zähnen, die sogenannte Anodontie, ist extrem selten. Auch hier kann durch augmentative Maßnahmen und eine Implantatversorgung das Zahnsystem wiederhergestellt werden.