Klinische Kurse

Der Behandlungskurs

Im klinischen Abschnitt des Studiums der Zahnmedizin kommt der Patientenbehandlung ein hoher Stellenwert zu. Nahezu alle Patienten, die die Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik aufsuchen, benötigen umfangreiche funktionelle und restaurative, oft auch endodontische, parodontologische und chirurgische Maßnahmen. Oftmals werden die für den Studentenkurs vorgesehenen Patienten in den einzelnen Abteilungen und Polikliniken (Zahnerhaltung und Parodontologie, Zahnärztliche Chirurgie, Zahnärztliche Prothetik) bereits vorbehandelt. Somit können den Studenten zwar die theoretischen Grundlagen, aber nicht die praktische Durchführung einer fachübergreifenden interdisziplinären Behandlung vermittelt werden.

Aus diesem Grund wird seit dem Wintersemester 1997/98 in enger Zusammenarbeit zwischen den Polikliniken für Zahnärztliche Prothetik, Zahnerhaltung und Parodontologie und Zahnärztliche Chirurgie der integrierende Behandlungskurs durchgeführt. Mit diesem Modell wird ein praxis- und präventionsorientiertes Lernkonzept verfolgt und ein wesentlicher Aspekt zum problemorientierten Lernen (POL) beigetragen. Unter anderen sieht der integrierende Kurs eine umfassende oraldiagnostische Untersuchung vor, die eine Zuteilung des Patienten nach primärem Behandlungsbedarf (Schmerzbehandlung) in den entsprechenden Kurs ermöglicht. Der Student begleitet den Patienten bis zur endgültigen Versorgung und führt nach Möglichkeit alle Behandungsmaßnahmen selbst unter Assistenz von erfahrenem zahnärztlichen Personal aus.

Aufgrund der engmaschigen Patientenkontrolle seitens des Studenten und des Aufsicht führenden zahnärztlichen Personals kann die ursprüngliche Planung der Compliance und der Reaktionslage des Patienten angepasst werden. Unter Berücksichtigung präventiver und restaurativer Konzepte werden die Auswirkungen der Behandlung über einen längeren Zeitraum von dem Studenten beobachtet. Er lernt dabei, die Planung der definitiven Versorgung an den erzielten Therapiefortschritt anzupassen und den Einfluss der Mitarbeit des Patienten auf das Behandlungsergebnis besser einzuschätzen.